Zahnmittellinienabweichung - Ein klinischer Fall von Dr. Cilliers
- kfo-pos
- 12. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Korrektur der abweichenden dentalen Mittellinie
In diesem klinischen Fall behandelte Dr. Jacques Cilliers eine präadoleszente Patientin mit Ergebnissen, die nicht nur ihre Zahnstellung, sondern auch ihr Selbstvertrauen veränderten. Obwohl mehrere Probleme vorlagen, war ihre Hauptsorge die Abweichung der dentalen Mittellinie, die beim Lächeln sofort auffiel und sie am meisten störte.
Im Folgenden analysieren wir die klinischen Schlüsselaspekte für eine effektive Planung, die es ermöglicht, Probleme im Zusammenhang mit der Mittellinie zu korrigieren.
Erstdiagnose und Planung der kieferorthopädischen Behandlung
Alter: 12 Jahre
Diagnose: Offener Biss, atypisches Schluckmuster, Engstand und abweichende obere Mittellinie, was sowohl die Ästhetik als auch die Funktion beeinträchtigte.
Molarbeziehung: Klasse I, jedoch 2 mm Klasse II auf der rechten Seite und 6 mm Klasse III auf der linken Seite.
Behandlung: Lingualbogen (TPA), Extraktion der vier ersten Prämolaren und „Wandern der Mittellinie“ mit moderatem Anker.
Dauer: 2 Jahre
Kieferorthopädische und radiografische Analyse des Falls
Die Zahnbögen waren nicht gut geformt; es bestanden 7 mm Engstand im Unterkiefer und 3 mm im Oberkiefer mit einer Abweichung der oberen Mittellinie nach links. Trotz der molaren Klasse I-Beziehung zeigte sich rechts 2 mm Klasse II und links 6 mm Klasse III.
Das Orthopantomogramm zeigte kurze Wurzeln der oberen Schneidezähne, eine hohe Kieferhöhle und das Fehlen des Zahnes 24, was die Asymmetrie verursachte.
Die kephalometrische Analyse bestätigte ein skelettales Muster, was darauf hinwies, dass sich die Extraktionslücken relativ schnell schließen würden. Ein interinzisaler Winkel von 102° und +8 mm bei 1-APo wiesen auf eine Protrusion hin. Bei der Beurteilung des Hand- und CVM-Wachstums stellte Dr. Cilliers fest, dass sich die Patientin nahe der Wachstumsphase 4 befand.
Nach dem Vergleich verschiedener Optionen entschied man sich für die Extraktion der vier ersten Prämolaren und die Anwendung eines moderaten Ankers, um die abweichende Mittellinie und die damit verbundene Protrusion zu korrigieren.
Behandlungsstrategie mit moderatem Anker und IP-Brackets
Extraktionen: 14, 34 und 44 (24 war bereits nicht vorhanden).
Apparatur: Personalisierte IP Appliance® mit mittlerem ovalen Bogen, die eine leichte Expansion mit kontrollierten Bewegungen innerhalb der Kortikalis erlaubte.
Zahnrotationen: 13 Zähne wurden mit individuell angepassten IP-Rotationsbrackets korrigiert.
Kontrolle des offenen Bisses: Brackets mit lingualem Torque (Li) in beiden Zahnbögen.
Oberer Anker: TPA auf einem 18×25 NiTi-Bogen, um einen Verlust des Molarenankers zu vermeiden. Nach der Extraktion des 14 wurde ein 19×25 Stahlbogen eingesetzt und eine NiTi-Öffnungsspiralfeder verwendet, um Zahn 13 um 3 mm zu distalieren. Anschließend wurde eine Kette eingesetzt, um die Mittellinie zu verschieben.
Zur Zentrierung der dentalen Mittellinie wurde in beiden Zahnbögen auf einen Keyhole-Bogen mit einer 9-mm-Schließfeder umgestellt und dieser in Schritt 3 aktiviert, bis die Lücken vollständig geschlossen waren.
Behandlungsplan unabhängig von der Mitarbeit: Es wurden Schließfedern anstelle von Gummizügen verwendet, um den Fortschritt ohne aktive Mitarbeit der Patientin zu gewährleisten. Die Mundhygiene war während der gesamten Behandlung ausgezeichnet.
Ästhetische und funktionelle Verbesserungen nach der umfassenden kieferorthopädischen Behandlung
Molaren- und Eckzahnrelation Klasse I beidseitig.
Vollständiger Verschluss des offenen Bisses.
Reduzierte Protrusion: Retraktion der oberen Schneidezähne um 4 mm und der unteren um 3 mm.
Gut geformte Zahnbögen und zentrierte Mittellinie.
Hohe Zufriedenheit der Patientin und ihrer Familie.
Ausgangssituation: Jugendliche Patientin mit abweichender dentaler Mittellinie.
Endergebnis: Nach kieferorthopädischer Behandlung zur Korrektur der Mittellinienabweichung.

Inspirierende Geschichte: Zugängliche und transformative Kieferorthopädie
Dr. Jacques Cilliers bietet seit 2012 kieferorthopädische Behandlungen in seiner eigenen Praxis an und startet derzeit rund zehn neue Fälle pro Monat. Schon früh wusste er, dass er sich der Kieferorthopädie widmen wollte. Viele seiner Patienten baten ihn, die Behandlung selbst zu übernehmen, da sie es bevorzugten, nicht an einen anderen Spezialisten überwiesen zu werden.
Dr. Cilliers stammt aus Südafrika. Zu jener Zeit gab es dort jedoch keine umfassenden kieferorthopädischen Weiterbildungsprogramme für Zahnärzte. Seine Praxis zu schließen, um noch einmal ein Studium zur Fachausbildung zu beginnen, kam für ihn nicht infrage. Daher wandte er sich an POS (Progressive Orthodontic Seminars) und schlug vor, Zahnärzte in seinem Land weiterzubilden. POS stimmte zu – und damit begann seine Laufbahn in der Kieferorthopädie.
Heute ist er selbst Referent bei POS und unterrichtet das Aufbaustudium des Unternehmens. Gleichzeitig genießt er es, im Praxisalltag Patienten wie diesem Mädchen zu helfen – deren Behandlung ihr Leben spürbar verändert hat.
Yolin entwickelte sich von einem schüchternen Mädchen zu einer selbstbewussten jungen Frau. Heute zeigt sie ihr Lächeln voller Stolz und ist sogar ein wenig selfie-verliebt geworden. Fälle wie ihrer zeigen eindrucksvoll, dass sich eine abweichende Zahnmittellinie mit den bei POS vermittelten Protokollen zuverlässig und erfolgreich korrigieren lässt.
Wenn Sie in Ihrer Praxis ebenfalls solche Fälle sehen, verpassen Sie nicht die Gelegenheit und melden Sie sich für die nächste Ausgabe des Aufbaustudiengangs in Kieferorthopädie an.








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