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Schnuller für Erwachsene: viraler Trend mit fatalen Folgen

  • kfo-pos
  • 25. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Die sogenannten Schnuller für Erwachsene sind übergroße Sauger, ähnlich denen für Babys, jedoch für den Gebrauch durch Erwachsene konzipiert. Ihre Beliebtheit hat dank sozialer Netzwerke wie TikTok zugenommen, wo sie als Mittel zur Linderung von Angstzuständen, Stress, Schlaflosigkeit oder sogar zur Unterstützung beim Aufhören mit dem Rauchen angepriesen werden. Dieser Trend, der in China entstanden ist, hat sich bereits auf andere asiatische Länder und die Vereinigten Staaten ausgedehnt.


Folgen des Schnullers bei Erwachsenen


Während sich einige der negativen Auswirkungen der Schnullerverwendung bei Babys durch das Wachstum wieder korrigieren, ist die Situation bei Erwachsenen anders. Zu den wichtigsten dokumentierten Risiken gehören:


  • Offener Biss vorne: Die oberen und unteren Schneidezähne kommen beim Schließen des Mundes nicht mehr in Kontakt, was sich bei Erwachsenen in der Regel nicht von selbst zurückbildet.

  • Probleme im Kiefergelenk (TMG): Durch das fortgesetzte Saugen kann es zu Kieferschmerzen, Steifheit, Verspannungen oder sogar Funktionsstörungen kommen.

  • Störungen beim Schlucken und der Zungenposition: Das Saugen an der Schnullerspitze begünstigt eine falsche Zungenhaltung, was langfristig Probleme beim Kauen, Schlucken, Sprechen oder im Atemmuster verursachen kann.

  • Weitere Fehlbisse: Wie z. B. Zahnvorstand, übermäßiger Überbiss oder sogar Veränderungen in der Knochenstruktur, die eine kieferorthopädische Behandlung erforderlich machen.


Warum korrigiert sich das bei Erwachsenen nicht von selbst?


In der Kindheit befinden sich Ober- und Unterkieferknochen noch im Wachstum, was eine gewisse natürliche Erholungsfähigkeit gegenüber den negativen Folgen einer längeren Schnullerverwendung ermöglicht. Im Erwachsenenalter ist die Knochenstruktur jedoch vollständig ausgebildet: Veränderungen, die durch anhaltendes Saugen verursacht werden, bilden sich nicht von allein zurück.

In diesen Fällen können Fehlstellungen nur durch aktive Eingriffe korrigiert werden, wie z. B. Kieferorthopädie mit Brackets oder transparenten Alignern.


Rolle des Zahnarztes und der Kieferorthopädie


Um schwerere Schäden zu verhindern, ist es entscheidend, dass Zahnärzte und Kieferorthopäden über aktuelles Wissen in der kieferorthopädischen Diagnostik verfügen.


Es ist von entscheidender Bedeutung, dass sie in der Lage sind:


  1. Frühzeitig Anzeichen von durch Saugen verursachten Fehlbissen zu erkennen: Veränderungen des Bisses, Zahnabstände, Kieferverspannungen, anomale Zungenposition usw.

  2. Den Patienten darüber zu beraten, den Schnuller so bald wie möglich abzulegen, um schwerwiegendere Probleme zu vermeiden.

  3. Die Folgen zu behandeln, wenn der Patient bereits Schäden aufweist: Feste oder unsichtbare Zahnspangen in Kombination mit myofunktioneller Therapie, falls erforderlich, um den Biss zu korrigieren, die Kaumuskelfunktion, das Schlucken, die Ästhetik und die Gelenkgesundheit zu verbessern.


Obwohl der Schnuller für Erwachsene wie ein harmloser Trend erscheinen mag, kann er schwerwiegende Auswirkungen auf die Mundgesundheit haben. Bei Erwachsenen korrigieren sich die Schäden nicht auf natürliche Weise, und die daraus resultierenden Fehlbisse können komplexe, kostspielige und langwierige Behandlungen erforderlich machen.


Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie man diese Probleme bei erwachsenen Patienten erkennt und behandelt — sei es mit transparenten Alignern oder festsitzende Kieferorthopädie —, sollten Sie den Aufbaustudiengang in Kieferorthopädie nicht verpassen. Dort lernen Sie, diese Arten von Problemen zu identifizieren und fortgeschrittene Techniken anzuwenden, um sie zu lösen - und so die Betreuung Ihrer Patienten zu verbessern.

 
 
 

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